Geschichte des Unternehmens

  1. 1903

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    Am 1. Oktober 1903 gründeten Otto Rosemeyer, Löningen  und Theodor Rohjans, Lorup die Firma Rosemeyer & Rohjans in Lorup. Otto Rosemeyer war der Inhaber der Firma Gebr. Rosemeyer, Landhandel und Betonwarenfabrik in Löningen.

    Theodor Rohjans hatte bei der Firma Rosemeyer in Löningen die Herstellung von Betonwaren erlernt, nachdem er vorher den elterlichen Bauernhof in Lorup betreut hatte. Zunächst wurde in Lorup, an der Werlter Straße, ein kleines Fabrikationsgebäude für die Herstellung von Betondachziegeln und anderen Betonwaren errichtet.

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  2. 1904 – 1907

    Im Jahre 1904 war Friesoythe von einem verheerenden Brand heimgesucht worden. Angefangen vom damaligen Stadttor bis an das Ende der Wasserstraße waren die Gebäude fast restlos niedergebrannt.

    Beim Aufbau der Gebäude suchte man nach einer Hartbedachung, da man zu diesem Zeitpunkt in Friesoythe nur gedockte Hohlziegel-,sowie Reet-, Heide- und Strohdächer kannte, und da man bei Bränden um die erhöhte Ausdehnungsgefahr wusste, ließ man sich davon überzeugen, dass die Brandübertragungsgefahr von einem Gebäude zum anderen bei Hartdächern ohne Strohdocken erheblich reduziert werden könnte.

    Theodor Rohjans gelang es, fast alle Brandgeschädigten zu überzeugen und den einzelnen Bauherren Betonfalzziegel zu verkaufen. Während der mit den Bauherren geführten Verhandlungen stellte Theodor Rohjans fest, dass der von den Handwerkern für das Mauerwerk verwendete Mauersand in Körnung und Qualität besser war als der Loruper und auch für die Herstellung von Betonwaren besonders geeignet war. Sich nach der Herkunft des Mauersandes erkundigend, nannte man ihm den Ort Altenoythe-(Pirgo), ca. 5 km von Friesoythe entfernt. Nach vorgenommenen Besichtigungen und Feststellung der Qualität und voraussichtlichen Quantität der Kiesvorkommen in Altenoythe entschlossen sich die beiden Geschäftsinhaber Otto Rosemeyer und Theodor Rohjans, das Grundstück mit den besten Kiesvorkommen zu erwerben, um darauf ein neues Betonwerk zu errichten. Dies geschah bereits im Jahre 1906. Theodor Rohjans, derzeit noch unverheiratet, war bereits nach Altenoythe umgezogen und hatte gleichzeitig die alleinige Geschäftsführung übernommen.

    Altenoythe01Da Altenoythe für den Absatz von Betonwaren geografisch wesentlich günstiger als Lorup lag, und es sich zeigte, dass eine höhere Absatzmöglichkeit vorhanden war, wurde der Betrieb in Lorup verkauft und die Produktion in Altenoythe demgegenüber erheblich erweitert.

    Besonders die Ammerländer, die bis dahin noch keine Hartdächer kannten, waren sehr begeisterte und kauffreudige Kunden.

    Die sich zu einer beachtlichen Größe entwickelte Fabrik wurde bereits am 5. April 1906 im Handelsregister eingetragen.

  3. 1908

    Theodor Rohjans ließ neben dem Fabrikationsgebäude ein Wohnhaus bauen, vermählte sich am 30.01.1908 mit Bernhardina Block, Altenoythe, einer Tochter des Hermann Block, Vorbesitzer des Grundstücks, auf dem das Unternehmen errichtet worden war.

    Die neue Produktionsstätte erwies sich zu damaliger Zeit in der nicht besonders gut begüterten Gemeinde Altenoythe, in der es außer in der Landwirtschaft fast keine Arbeitsplätze gab, für einige Familienväter als willkommene Verdienstmöglichkeit.

  4. 1913

    Am Rande vermerkt sei noch, dass sich Theodor Rohjans im Zuge der schwunghaften Entwicklung des Betriebes und eines sagenhaft glücklichen Einkaufsabschlusses, der auf der Zwistigkeit unter den Zementwerken beruhte, schon im Jahre 1913 einen PKW leisten konnte und damit der 1. Besitzer einer "Benzinkutsche” in Friesoythe und nächster Umgebung war.

    Neben der Herstellung von Betondachziegeln, Betonrohren und anderen Betonwaren nahm die Firma schon in diesen Jahren den Handel mit nordischen Hölzern auf; die Firmen W. Brüggeman & Sohn, Papenburg, und E. Finke, Bremen traten als Lieferanten auf.

    Das Holz wurde im Umschlag gehandelt und kam bautenweise zum Verkauf.

  5. 1914 – 1915

    Zu Beginn des 1. Weltkrieges im Jahre 1914 wurden ca. 10 Arbeitskräfte beschäftigt. Die tägliche Produktion betrug über 2.500 Dachziegel. Dies bedeutet, dass eine Tagesproduktion für die Bedachung eines Wohnhauses ausreichte.

    Im August 1914 begann der erste Weltkrieg. Theodor Rohjans und seine Arbeiter, welche größtenteils jüngere Leute waren, wurden alsbald zum Kriegsdienst eingezogen. Unvermeidlich musste der Betrieb im Jahre 1915 stillgelegt werden.

  6. 1918 – 1923
    Gegen Ende 1918 kehrte Theodor Rohjans aus dem Krieg zurück und begann sofort mit der Wiederaufnahme der Produktion von Dachziegeln, Betonrohren usw. Einige eingearbeitete Männer, die ebenfalls heil aus dem Krieg zurückgekehrt waren, wurden wieder eingestellt, junge Anfänger wurden angelernt. Die Anfangserfolge waren wiederum beachtlich. Der Betondachziegel setzte sich immer mehr durch. Leider begann in den Jahren 1922/23 die Geldentwertung, die zu einer vollständigen Inflation führte. Das Geschäft wurde hierdurch derart negativ beeinflusst, das es nur noch galt, die Substanz zu erhalten. 
  7. 1924 – 1932
    Erst nach Beendigung der Inflation im Jahre 1924 konnte wieder mit festen Werten gearbeitet werden. Die Wirtschaft erholte sich schnell, und es konnte wieder ein beachtliches Geschäft entwickelt werden. Den guten und erfolgreichen Jahren folge in den Jahren 1930/32 die sogenannte Weltwirtschaftskrise. Auch für unsere Firma waren die Krisenjahre eine harte Prüfung. Deutschland zählte derzeit 7 Millionen Arbeitslose. Die Wirtschaft kam mangels Kaufkraft teils ganz zum Erliegen. Die Betondachziegel wurden zudem größtenteils vom Markt verdrängt, das inzwischen Tonhohl- und Doppelfalzziegel den Markt erobert hatten.
  8. 1932 – 1935

    Durch die veränderte Situation fühlte sich Theodor Rohjans notgedrungen bewogen, die Produktion von Betonwaren, sprich Betondachziegeln, auf ein Minimum zu verkleinern.

    Er besann sich wieder der Vorkriegszeit und begann, den Handel mit Holz- und Baustoffen endgültig und zielstrebig verstärkt aufzunehmen. Zunächst wurde ein kleines Vorratslager eingerichtet und der Objektbedarf direkt in Zusammenarbeit mit der wohl zu der Zeit einer der größten Firmen der Branche im Oldenburger Lande, der Firma Gebr. Meyer, Oldenburg, Melkbrink, abgewickelt.

    Friesoythe01Es zeigte sich, dass sich in Altenoythe wegen der geografisch ungünstigen Lage bei den derzeit schlechten Beförderungsmöglichkeiten nur ein Geschäft kleineren Umfanges aufbauen ließ. Hiermit gab sich Theodor Rohjans nicht zufrieden. Er pachtete ein Grundstück auf dem Bahnhofsgelände in Friesoythe und errichtete dort im Jahre 1935 einen größeren Holz- u. Baustofflagerschuppen. Schon bald zeigte sich, das die Umsatzmöglichkeiten hier in Friesoythe bedeutend günstiger waren.

  9. 1938
    OLYMPUS DIGITAL CAMERA1938 trat Hermann Rohjans, der älteste Sohn von Theodor Rohjans, nachdem er mehrere Jahre bei der Landessparkasse zu Oldenburg tätig gewesen war, und das ich als Volontär bei den renomierten Firmen J. W. Abeken, Osnabrück und Josef Hüttemann, Olsber, Holzfachkenntnisse angeeignet hatte, in das Geschäft ein.
  10. 1939

    Das Unternehmen entwickelte sich zusehends gut.  Am 1. September 1939 begann der  2. Weltkrieg. Hermann Rohjans wurde am 26. August, einem Stellungsbefehl folgend, Soldat. Weitere junge Leute wurden in den folgenden Monaten zum Militärdienst eingezogen.

    Theodor Rohjans fühlte sich für die Weiterführung und die Alleinverantwortung zu alt und schloss kurzerhand das Geschäft.

  11. 1945 – 1948

    Als die Alliierten im April 1945 Friesoythe besetzten, wurde die Firma  stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Lagerschuppen, der mit wertvollen Materialien gefüllt war, wurde bei der Besatzung der Stadt Friesoythe in Brand gesetzt. Gebäude und Vorräte wurden restlos vernichtet. Ebenfalls wurden das Wohnhaus des Theodor Rohjans in Altenoythe, Pirgo und das Wohnhaus des Hermann Rohjans in Altenoythe, Kirchhof ein Raub der Flammen.

    Hermann Rohjans hatte das Glück, bereits Anfang Mai 1945 aus dem Krieg zurückzukehren. Heinrich Rohjans kehrte gegen Ende Juli 1945 nach 100 tägiger Kriegsgefangenschaft zurück.

    Jetzt hieß es, wieder von vorne anzufangen. Da in Friesoythe durch Kriegseinwirkung fast sämtliche Gebäude niedergebrannt waren, und auch die umliegenden Gemeinden stark gelitten hatten, bestand ein großer Bedarf an Dachziegeln. Man entsann sich der alten Dachziegel-Hand-Formtische, die bis 1932 ihren Dienst getan hatten, holte sie aus den Lagerräumen hervor und machte sie wieder funktionsfähig.

    Rohstoffe wurden im Kompensationsverfahren  besorgt  Arbeitskräfte, darunter einige Flüchtlinge wurden eingestellt, die gegen Geld und Naturalien Dachziegel produzierten. Der “(Verkauf)” der Dachziegel musste  auch größtenteils auf dem Kompensationswege erfolgen. Kies für die Herstellung der Dachziegel konnte zum großen Teil den eigenen Vorkommen in Altenoythe entnommen werden, so dass hierfür kaum Naturalien erforderlich waren.

    Dieser umständliche Tauschhandel dauerte bis zur Währungsreform am 21.06.1948.

  12. 1948 – 1949

    Nach der Währungsreform wurde ein geregeltes Geschäftsleben auf DM-Basis möglich. Jetzt war es für die Firma an der Zeit, den Betriebszweig "Holz- und Baustoffhandel” in Friesoythe wieder aufzubauen. Schon zum 01.09.1948 konnte ein Teil des Lagerschuppens der Eierverwertungsgenossenschaft gemietet und dort zunächst ein kleines Vorratslager eingerichtet werden. Noch im Winter 1948/49 wurde auf dem alten Gelände ein kleiner eigener Lagerschuppen errichtet. Die Eröffnung fand zum 1. April 1949 statt.

    Zur gleichen Zeit wurde ein Sägereibetrieb erstellt. Ein Horizontalgatter und eine Unterschnittkreissäge konnten auf dem bereits oben erwähntem Wege angeschafft werden. Als Antrieb diente anfangs ein Schiffsdieselmotor mit einem Generator. Die Sägerei konnte zunächst mit zwei Arbeitskräften besetzt in Betrieb genommen werden. Damit war ein weiterer bedeutender Schritt zum Ausbau des Unternehmens getan.

    Von jetzt an ging es rasch vorwärts. Fast in jedem Jahre konnten weitere Lagerräume geschaffen werden.

  13. 1951 – 1954

    Im Jahre 1951 zog sich Theodor Rohjans aus der Firma zurück.

    Im Jahre 1952 wurde ein Büro- und Verkaufsgebäude für Eisenwaren und Baubeschläge an der Ladestraße eingerichtet.

    Es wurde eine Zugmaschine mit 2 Anhängern angeschafft.

    Im Jahre 1953 konnte die Firma auf ihr 50 jähriges Bestehen zurückblicken. Eine Jubiläumsfeier unterblieb auf Wunsch des inzwischen fast 80 Jahre alten Theodor Rohjans, der sich nicht mehr voller Gesundheit erfreuen konnte. Im Jahre 1954 verstarb er.

    Der Mitinhaber Otto Rosemeyer war bereits im Jahre 1932 verstorben und hatte seine Ehefrau Berta geborene Thole als Erbin eingesetzt.

  14. 1954 – 1964

    Der Umfang des Geschäftes nahm weiterhin von Jahr zu Jahr zu, so dass der Platz an der Ladestraße den Erfordernissen bald nicht mehr entsprach.

    Erfreulicherweise konnte im Jahre 1956 von dem Gastwirt Toben, Friesoythe, ein Grundstück zur Größe von 2.000 qm an der jetzigen Industriestraße erworben werden.

    Auf dem Grundstück wurde schon bald ein Lagerschuppen für Schnitthölzer errichtet. Das Geschäft konnte sich so weiter entfalten.

    Da wir jedoch bald wieder an Platzmangel litten, kauften wir vom Nachbarn Wreesmann ein angrenzendes Grundstück von etwa 1.500qm. Auf diesem Grundstück wurde in den Jahren 1963/64 ein neues Gebäude errichtet, dieses bot Platz für die Verwaltung und dient außerdem als Lager für Baustoffe. In dem Gebäude an der Ladestraße wurden fortan nur noch Tischlerhölzer und Tischlereibedarfsartikel gehandelt. Der Umsatz entwickelte sich immer mehr. Es wurden weitere Arbeitskräfte eingestellt und Fahrzeuge angeschafft.

  15. 1964 – 1976

    Friesoythe02Wegen der Erweiterung des Geschäftsumfanges wurde als bald, vom Grundstücksnachbarn Glup ein Grundstück zu erworben, auf dem 1967/68 eine moderne Lagerhalle für Schnittholz errichtet wurde. In ihr war es möglich, mit einem inzwischen angeschafften Gabelstapler Hölzer und Paletten zu transportieren und zu lagern.

    Infolge der positiven Weiterentwicklung des Geschäfts entsprachen die Räume für die Verwaltung nicht mehr den Erfordernissen.

    Außerdem lag es nahe, das Geschäft durch einen modernen Bau- und Hobbymarkt zu erweitern.

    Vom Nachbarn Wreesmann konnte das Reststück seines Grundstückes an der Industriestraße erworben werden.

    Darauf wurde ein modernes Großbüro, einen Ausstellungsraum und den 1. Bau- und Hobbymarkt Südoldenburgs errichtet.

    Wegen der immer höher gestellten Ansprüche der Kunden auf besseres und gepflegteres Holz wurde der Bau von entsprechenden Lagergebäuden erforderlich. Wir errichteten daher in den Jahren 1975/76 auf unserem Grundstück unter Berücksichtigung modernster Gesichtspunkte eine 1.000 qm große freitragende Lagerhalle mit Bühne und Lagerregalen.

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    Zusätzlich wurde eine offene Trockenhalle für feuchtes und noch nicht verarbeitungsfähiges Holz errichtet. Beide Gebäude sind so gebaut, dass sie bezüglich Unterbringung mittels Seitenstapler optimal genutzt werden können. Ein neuer Seitenstapler dient heute zu zeitsparenden Ent- und Beladung.

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  16. 1977

    In den frühen Morgenstunden des 28.07.1977 ertönte die Brandsirene. In einem Verbindungsschuppen, in welchem leicht brennbare Kleinbaustoffe lagerten, war Feuer ausgebrochen.

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    Die entstandenen Gebäude- und Sachschäden in Höhe von ca. 75.000 EUR waren durch Versicherungen abgedeckt.

    Leider konnten von der Kriminalpolizei Cloppenburg die vermutlichen Brandstifter trotz vorhandener Spur nicht überführt werden.

    Dank des schnellen und beherzten Eingreifens der Friesoyther Feuerwehr konnte das Feuer schnell bekämpft und lokalisiert werden.

    Durch unverzüglich getroffene Maßnahmen entstand fast kein Geschäftsausfall.

    Der Wiederaufbau und die Instandsetzungsarbeiten erfolgten unverzüglich.

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  17. 1987 – 1998
    Seit dem 15. September 1987 leitet Theodor Rohjans  die Firma Rosemeyer & Rohjans OHG, Holz und Baustoffe. Seit dem 13.08.1994 leitet Theo Rohjans die Firma Baustoffzentrum Rosemeyer & Rohjans GmbH & Co. KG zunächst mit Bernd Rohjans und ab dem 22.10.1998 als alleiniger Geschäftsführer. 1998 wurde das Grundstück “Bahngelände” von der Deutschen Bahn AG erworben. Im Jahre 2000 wurde das 2. OG ausgebaut. 
  18. 2003
    Am 01. Oktober 2003 feiert die Firma ihr 100 jähriges Bestehen.
  19. Gegenwart

    Der Aufstieg des Unternehmens zu seiner heutigen Größe war nur dank der Unterstützung unserer treuen Mitarbeiter, die teilweise mehr als 25 Jahre in der Firma tätig sind, möglich.

    Ebenfalls möchten wir uns bei unserer Kundschaft in Stadt und Land, die uns stets ihr Vertrauen bewiesen hat, bedanken.

    Bedanken möchten wir uns auch bei unseren Lieferanten, die uns in all den Jahren mit Qualitätswaren belieferten.

    Nicht zuletzt möchten wir auch den Behörden und Geldinstituten unseren Dank aussprechen, die uns in schwierigen Situationen wohlwollend und helfend zur Seite standen.